Flohmarkt

Schottland – wir waren dabei!

Tag 1: Anreise

 

Mit etwas Verspätung ging es von Klarenthal los. Auf die Autobahn Richtung Köln und dann immer weiter nach Holland. In Rotterdam angekommen erst einmal eine lange Fahrt durch den wirklich rieeeesigen Hafen … zu einem ebenso riesigen Schiff der „Pride of Hull“. Da wir etwas zu gut durch den Verkehr kamen, mussten wir fast zwei Stunden warten, bis sich um 17.00 Uhr die Türen zum Schiff  öffneten. Großes Schiff … – aber sehr kleine Kabinen und dann auch noch Doppelstockbetten. Na, ja für eine Nacht.

Also schnell Handgepäck in die Kabine legen und wieder raus und erst mal dem Schiff beim Ablegen zusehen. Anschließend mit drei Damen aus unserer Reisegruppe ein durchschnittliches, aber teures Abendessen „genossen“.

Tag 2: Schottische Grenze

Frühes Aufstehen und ein etwas hektisches Frühstück, da wir es irgendwie schafften, als fast letzte das Schiff zu verlassen. Aber der Bus wartete, und die Fahrt ging weiter in Richtung Norden.

Unterwegs fing es dann richtig an zu regnen. Ok, war zu erwarten, aber jetzt gleich an Anfang?

So empfing uns auch Schottland an der gut gekennzeichneten Grenze ziemlich windig-nass-kalt. Aber für ein Foto musste der trockene Bus verlassen werden. Dort gibt es neben ein paar Schildern auch einen großen Stein mit der Aufschrift „Scotland“ und normalerweise (so sagt man) steht da ein Dudelsackspieler – aber bei diesem schlechten Wetter zog er es vor, lieber daheim zu bleiben. Kann ich gut verstehen.

Ein Stopp in Whittings, einer kleinen Hafenstadt, war nötig um sich etwas die Beine zu vertreten. Dann Weiterfahrt zur Rosslyn Chappel. Für mich schon ein erster Höhepunkt. Dies ist eine sehr schöne Kapelle. Zum Glück hatten wir schon interessante Infos im Reiseführer gelesen. (Der Meister der den Lehrling erschlagen hat, kuriose Gegenstände, die laut Legende in der Krypta liegen sollten  und hier war auch ein Drehort für den Kinofilm „Sakrileg“ mit Tom Hanks.)

Weiterfahrt ins Hotel – dort Abendessen und dann müde ins Bett. Ach ja, das Essen war besser als gedacht.

 

Tag 3: die ersten Gärten

Nach dem Frühstück (inkl. Bacon, Wurst, Ei, …) ging es nach Falkland Palace. Ein ehem. Jagdschloss von irgendeinem König und seiner Queen. Ein bisschen durch den Garten schlendern und die Räume besichtigen: Schlafzimmer, Wohnzimmer, Bad und Bibliothek, usw. Ja, ganz nett, hier hat schon alles seinen eigenen Stil.

Dann ging es weiter zum Drummond Castle Gardens. Da hat der Gärtner sicher viel zu tun gehabt, diese Anlage so kunstvoll anzulegen. War auch ganz nett – und das Wetter hat auch mitgespielt. Obwohl ein paar Rentner gleich rumgemosert haben, dass man hier doch nicht so lange bleiben müsse. Und das schon nach dem zweiten Garten. Aber die Gruppe hat sich dann auf eine für alle angenehme Abfahrtszeit geeinigt.

Weiterfahrt nach Stirling. Für die Burg blieb keine Zeit. Wäre auch schwierig geworden, denn gerade an diesem Tag war ausgerechnet die Queen dort oben zu Besuch. Also blieb nur ein kurzer Besuch in der Stadt. Na, ja, kein Touristenmagnet, was wir so gesehen haben – obwohl die Stadt historisch sehr bedeutend war. An einem „Gift-Shop“ konnten wir trotzdem nicht vorbeigehen. Für mich gab es eine Schottland Flagge und für Heidi ein „Wanted Nessi“ – T-Shirt. Dann Rückfahrt ins Hotel, Abendessen, …

 

Tag 4:  Noch mehr Gärten und Highlands

Heute ging es früh los! 8.00 (!) Abfahrt. Auf den Weg in den Norden fing es leider wieder an zu regnen. Ein Garten braucht ja Regen – aber unsere Touri-Gruppe braucht dies bei der Besichtigung eher nicht.

Erster Stopp bei einem privaten Garten: „Branklyn Garden„. Liebevoll von einem Ehepaar angelegt. Meine Nr. 1 – wenn man mich fragen würde. Einführung gab es von einem wirklich sehr netten und kompetenten Schotten, der in München Biologie (was sonst) studierte und so ganz gut deutsch konnte. Viele Pflanzen aus vielen Erdteilen, holten sich die ehem. Besitzer in diesen wirklich sehenswerten Garten.

 

Danach ging es zur Ostküste. Na, da haben wir ja wenigstens mal das Meer gesehen. An einer sehenswerten Burgruine sind wir leider vorbeigefahren, da der Bus (angeblich) nicht auf den kleinen Parkplatz fahren konnte. Das führte zum Zwergenaufstand in den hinteren Reihen des Buses. Diese Streichung war allerdings auch nicht gut kommuniziert. Schade wenn durch so was die ‚Stimmung kippt. Ich hätte mir diesen Fotostopp auch gerne gegönnt.

Aber der nächste Halt war dann wieder ein Garten (was sonst) – aber wenigstens wieder mit Castel: Crathes Castle. Irgendwie war die Zeit für Castel und Garten etwas knapp bemessen. So schauten wir (Heidi und ich) uns hauptsächlich das Castel an.

Pünktlich um 16.00 Uhr ging es dann zurück zum Hotel. 150 km auf diesen kleinen Straßen zurückzulegen dauern seine Zeit. Zudem waren wir in der Zwischenzeit in den Highlands angekommen. Es war für Bus und Busfahrer und (und ein bisschen auch für uns) eine kleine Herausforderung. Aber entschädigt wurden wir mit einer ganz besonderen und beeindruckenden Landschaft. Da nimmt man das Geruckel gerne in Kauf. Dann das übliche: Ankunft im Hotel, Einchecken; Essen aussuchen; Abendessen; …

Tag 5: Viel Fahrt, wenig Besichtigung

Pünktliche Abfahrt wieder um 8.00 Uhr (gähn!).
Ca. 120 km lang war die erste Strecke. (Obwohl hier ja alles im Miles gerechnet wird.)

Es fing wieder an zu regnen, so dass es nicht schlimm war, in einem gemütlichen Bus zu sitzen. Ankunft am Pitmedden Garten und Begrüßung durch eine perfekt deutsch sprechende Frankfurterin.

Während des kleinen Rundgangs hatte der Regen ein kurzes Einsehen und hielt seine Wassertropfen zurück. Gegen Ende des Aufenthaltes sorgte das garteneigene Café für einen gemütlichen Ausgang, denn der Regen hatte natürlich wieder begonnen.  

Weiter ging es Richtung Inverness zum Cawdor Castle. Neben dem Castel gibt es auch hier wieder einen sehenswertes Garten (was auch sonst). Dieser war aber durch den Regen etwas sehr feucht geworden. So schlängelten wir uns erst einmal wieder durch das Castle, besichtigten a lot of Schlafzimmer, Wohnzimmer und eine „moderne“ Küche aus den 70´er Jahren. Dann ein kleiner Besuch im CoffeeShop und natürlich auch im Gift Shop – hier erwarb ich für ein paar schottische Pfund eine schöne Mütze für Heidi. Wehe, wenn sie diese im Winter nicht aufsetzt!  (Nein – es ist nicht die Mütze vom Bild unten!)

Pünktlich waren wir wieder am Bus und fuhren zurück ins Hotel. Nettes Abendessen – dies ist aber eher bezogen auf die netten Gespräche, und weniger auf die Qualität des Essens (zu viel Majonäse). Ach ja, einen Whisky genehmigten wir uns auch noch.

P.S. Dieser Tag war nicht gut geplant. Viel zu lange Fahrtstrecken – warum fährt man von der Westküste wieder lange zurück zur Ostküste, obwohl wir da herkamen. Und das Verhältnis von 2/3 Fahrt und 1/3 Besichtigung ist kein so gutes Verhältnis. Unser Busfahrer und viele andere sahen dies übrigens auch so.

 

Tag 6: Whisky am Morgen … und der Tag wird gut!

Heute eine 1/2 Stunde später aufstehen. Und dann ging es gleich zur höchst gelegenen Whisky Destillerie von Schottland – immerhin 320 mtr. (Na ja). Warum nicht mit Whisky den Tag beginnen. Die Fahrt dauerte nur ca. 20 min. So kurze Fahrtstrecken war ich gar nicht mehr gewohnt.

Wir bekamen eine Führung – und wenn eine Schottin langsam und deutlich spricht, versteht man auch dann etwas, wenn man nur überschaubare Englischkenntnisse hat. Blöd, war nur, dass man dort im Gebäude nicht fotografieren durfte. Nachdem ich 2x ermahnt wurde, hielt ich mich auch daran. Grrr.

Es gab am Ende natürlich eine Verkostung inclusive Schokolade und einen Gutschein über 5 Pfd. Ich glaube, jeder ist mit einer kleineren oder größeren Flasche Whisky wieder in den Bus gestiegen. Ach ja, vor der Abfahrt gab es noch das obligatorische Gruppenbild. Nach diesem Besuch waren wenigstens alle „gut drauf“

 

Weiter ging es nach Oban. Auf den Weg dorthin Halt an zwei wirklich schönen Fotomotiven. Oban ist eine schöne kleine Hafenstadt in einer Bucht. Hier nahmen wir übrigens unsere erste und einzige Fish & Chips Mahlzeit zu uns. Dann ein bischen Shopping und fotografieren. Wirklich eine schöne Stadt.

Dann ging es zum Hotel. Dies war im Vergleich zu gestern ein guter Tag. Kein Garten, interessante Locations, kurze Fahrtstrecken, Whisky. 🙂

 

Tag 7:  Viel Wasser: von oben, von der Seite und von unten.

Heute ging es bei wirklich sehr schlechten Wetter auf die Landstraße. Ja, das Wetter konnte immer noch schlechter werden! Zurück nach Oban und dann auf zum letztem Garten. Mal sehen ob es dort auch regnet.

Natürlich – richtig heftig sogar. Durch den Wind kam der Regen nicht nur von oben, sondern auch waagerecht von der Seite.

Ein paar Unerschrockene wagten trotzdem (wasserdicht verpackt) einen Gang durch den Arduaine Garden. Ein Teil der Gruppe (zu der auch wir gehörten) zogen es vor, lieber in einem warmen Café zu sitzen und eine Tasse Tee zu trinken.

Die anderen kamen nach einiger Zeit unerwartet fröhlich zurück.  Der Garten soll wohl auch bei Regen sehr schön gewesen sein. Wir die „Cafe-Gruppe“ hatten aber trotzdem das Gefühl,  die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

 

Weiter ging es zum Loch Lomont. Auf der Fahrt, kurzer Toiletten-Einkaufs-Stopp in einem kleinen Städtchen. Dort holten wir uns etwas Bargeld aus dem Automaten und für Heidi einen schönen Schal – passend zur neuen Mütze. (siehe: Tag 3). Ach ja, es regnete immer noch.

Dann Ankunft am: Loch Lomond! Der Regen hatte inzwischen etwas nachgelassen. Kurzer Weg zum Bootsanlieger, denn auf uns wartete eine Schiffstour auf dem Loch. Ich glaube jeder hatte sich das „Schiff“ etwas größer vorgestellt. Wir passten aber alle drauf und schipperten 1.5 Std. auch dem See herum. Durch das schlechte Wetter hätte die Bootsfahrt auch etwas kürzer ausfallen können.  

Wieder an Land eine kurze Fahrt ins Hotel in Glasgow. Dort eine böse Überraschung: der Aufzug war kaputt! Und wir hatten Zimmer im 4. Stock bzw. 5. Stock. Also rauf und runter in einem hässlichen Treppenhaus. Zudem dauerte es irgendwie mind. 3 Stockwerke, bis das Schild „1. Floor“ auftauchte (???). Komisch – war aber so. Zum Glück hatte die Reiseleitung ausgehandelt, dass die Koffer vom Hotel hoch- und wieder runtergebracht wurden. Wir waren natürlich wieder nicht die einzige Reisegruppe und so hatten manche Abendessen den Charme einer Massenabfertigung. Aber das Essen war ganz akzeptabel. Dieses Hotel hatte zwar ein Hallenbad, aber dieser Besuch hätte weitere Gänge durchs Treppenhaus bedeutet. Nein Danke! Duschen musste genügen.

 

Tag 8: Endlich mal eine 1a Stadtführung

Um 9.00 Uhr ging es los – zu einer tollen Glasgow – Stadtführung mit Julian. Ein echter Schotte mit ebenso echten Kilt Outfit. Da er Deutsch unterrichtete konnte er die Führung natürlich in unserer Sprache durchführen. Er war echt cool, lustig, sympathisch, man kann ihn gar nicht richtig beschreiben. Aber diese Stadtführung war wirklich ein Highlight. Nicht zuletzt weil Heidi (da sie am nächsten ihren Geburtstag zu Maria Stuart hatte) eine echte „Flasche“ Whisky gewonnen hat! Klasse!! Ok, es ist wahrscheinlich die kleinste Whiskyflasche die es gibt, aber das war egal.

Julian verlies den Bus um 11.30 Uhr unter lauten Beifall und wir fuhren Richtung Süden, der englischen Grenze entgegen. Wir mussten ja rechtzeitig in Hull sein, da dort unsere Fähre nach Rotterdam wartete.

Kurz vor der englischen Grenze ein Mittags-Zwischen Stopp in „Gredna Green“,  DEM Hochzeitsdorf in Schottland. Denn in Schottland durften schon 16 jährige ohne Einwilligung der Eltern heiraten, was in England nicht möglich war. Deshalb wurde und wird hier bis heute geheiratet, was das Zeug hält. Wir sahen sogar das ein oder andere Hochzeitspaar – inkl. kitschiger Hochzeitskutsche.

In einem der vielen Souvenirläden hatten noch die Möglichkeit unsere letzten Schottischen Pfund´s in zwei schöne Schottlandtassen und ein paar Untersetzer einzutauschen. So stelle ich mir übrigens einen amerikanischen „Hotspot“ vor, wo irgend eine Sehenswürdigkeit „vermarktet“ wird. Ziemlich kitschig, aber doch irgendswie interessant.

So, jetzt aber ab zur Fähre. Diesmal mussten wir nicht so lange warten und konnten gleich aufs Schiff.

In der Mini-Passagier-Zelle unser Gepäck abgestellt, dann gemütliches Zusammensitzen im Café-Restaurant mit ein paar anderen aus unserer Gruppe. Diesmal habe ich die Matratze des oberen Stockbettes auf den Boden gelegt. So konnte Heidi unten schlafen und ich lag auch bequem und habe gut geschlafen. Leider hat das Schiff nicht so geschaukelt wie auf der Hinfahrt. Ich fand das nämlich irgendwie schön, so sanft in den Schlaf geschaukelt zu werden.

 

 

Tag 9:  Das Festland hat uns wieder

Frühes Aufstehen, ausgiebiges Frühstück – und schon waren wir in Rotterdam. Passkontrolle und dann zum Bus. Die Rückfahrt durch Holland und Deutschland war dementsprechend unspektakulär. Es gab noch einen Mittags-Stopp hinter Köln. Dieser Autohof hatte einen Schokoladen Werksverkauf auf dem Gelände. Irgendwie eine gute Idee. Aber dann ging es ohne weiteren Halt nach Wiesbaden. Man merkte gleich: hier war es deutlich wärmer als dort oben im Norden. Und übrigens: geregnet hat es auch schon lange nicht mehr.

Anne, unsere Reiseleitung blieb an der Raststätte zurück und wir erreichten auch ohne sie müde und wohlbehalten Wiesbaden.

Das war.s.

Übrigens haben wir in England/Schottland ca. 2400 km zurückgelegt – mit Anreise nach Rotterdam waren es sogar insg. ca. 3400 km.

2 Kommentare zu Schottland – wir waren dabei!

  1. Sehr gut, Thomas.Hätte ich mal eher den Block gelesen dann hätte ivh das Bilderrätsel lösen können.Ha,ha.lg Patricia

    • Thomas,dass hast Du ja super gemacht. Bin lt.Deiner tollen Beschreibung
      in Gedanken noch mal alles durchgegangen. Und wie patty schreibt hätte ich
      den Block früher gelesen hätte ich das Rätsel natürlich gelöst.
      Also nochmal Danke sehr schön.
      Grüße Birgit Hartwig

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